Was ist biodynamische Craniosacral-Therapie?

Neben dem Herz- und Atemrhythmus finden wir in unserem Körper noch einen weiteren physiologischen Rhythmus – den Craniosacral-Rhythmus.

Dieser wellenartige Rhythmus ergibt sich aus der Bewegung der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), welche zwischen dem Schädel (Cranium) und dem Kreuzbein (Sacrum) zirkuliert. Die gezeitenartige Bewegung des Liquors überträgt sich auf alle Strukturen des Körpers und beeinflusst die Entwicklung und Funktionsfähigkeit des gesamten Menschen. Angetrieben wird der Craniosacral-Rhythmus vom Lebensatem, der uns vom ersten Augenblick unseres Lebens an durchströmt und belebt und so unser ganzes System aufrechterhält. Der Lebensatem ist Ausdruck von Gesundheit und Gleichgewicht sowie ein ordnendes und heilendes Prinzip von Stille und Mitte.

Stress, Krankheiten, Unfälle, Operationen sowie körperliche und emotionale Traumen können Veränderungen in diesem System hervorrufen. Der Craniosacrale-Rhythmus kann blockiert und das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinträchtigt werden.

Durch die fundiert geschulten und sensitiven Hände der Therapeutin kann mit feinen Impulsen und subtilen Berührungen die Qualität der Craniosacralen Bewegungen erspürt und der Rhythmus wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Eigenregulierung des Körpers wird aktiviert und blockierte Strukturen können gelöst werden. Der Lebensatem kann sich dann wieder in seiner ursprünglichen Form ausdrücken, wodurch neue Kraft gewonnen, das Nervensystem gestärkt und Stress oder Schmerzen gelindert werden können. 
Die Craniosacral-Therapie eignet sich sehr gut als Ergänzung zur Schulmedizin und zur Prävention.

Sie ist eine sehr sanfte und zugleich tiefenwirksame Methode, bei der mit viel Sorgfalt, grosser Achtsamkeit und ausgeprägtem Einfühlungsvermögen Raum, Zeit und Unterstützung für körperliche und psychische Prozesse geboten wird. 

 

 

 

Indikationen

Bewährte Indikationen

  • Unterstützung in belastenden Lebenssituationen
  • Rehabilitation nach Krankheit oder Unfall
  • Schleuder-, Sturz- und Stauchtrauma
  • Regulation für den Bewegungsapparat, die Organe, das Lymphsystem, das Hormonsystem, das vegetative und zentrale Nervensystem
  • Schlafprobleme, Erschöpfungszustände, Depressionen
  • stressbedingte Beschwerden, Burnout-Syndrom
  • Störungen des Immunsystems
  • Menstruationsbeschwerden
  • Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung
  • Hyperaktivität von Kindern, Konzentrationsstörungen und Lernschwierigkeiten
  • Zahnspangen, kieferorthopädische Behandlungen
     

Begleitend zu ärztlicher Betreuung bei

  • chronischen Schmerzzuständen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Sinusitis und Tinnitus
  • orthopädischen Problemen
  • Wirbelsäulen-, Muskel- und Gelenkserkrankungen
  • kieferorthopädischen Problemen
  • Asthma, Allergien und Hauterkrankungen
  • Veränderungen im Bereich von Gehirn und Rückenmark
  • psychosomatischen Beschwerden

     
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Geschichte

Die craniosacrale Behandlungsform entspringt ursprünglich der Osteopathie (Knochenheilkunde), die von Dr. A. Still (1828– 1917) gegründet wurde und das Prinzip vom Organismus als eine Einheit zur Grundlage hat, wo auch das Gesunde als Lebenskraft immer in Aktion ist, unabhängig von Krankheiten und Schmerzmustern.

Anfangs des 20. Jahrhunderts war Dr. William Garner Sutherland (1873 – 1954) der erste Pionier der «Cranialen Osteopathie». Er entdeckte, dass entgegen der damaligen Lehrmeinung, in den anatomischen Strukturen der Schädelknochen die Fähigkeit zu feinen und komplexen Bewegungsmechanismen angelegt ist. Weiter fand er heraus, dass das craniosacrale System bestehend aus Knochen, Membranen und der cerebrospinalen Flüssigekeit, gezeitenartig in verschiedenen Rhythmen pulsiert. Er hat in der Praxis erkannt, dass es einen inneren Atem gibt, den "Lebensatem" (breath of life), der unabhängig von der Lungenatmung vor sich geht. Hunderte von Male pro Tag wird jede Zelle des Körpers von innen her von diesem langsamen, stetigen Rhythmus bewegt, genährt und belebt.